Warum Tracking problematisch ist

Online-Tracking: Warum es problematisch ist und wie man es vermeidet

Vielleicht wissen Sie bereits, dass Ihr Smartphone Ihre täglichen Aktivitäten verfolgt. Und wahrscheinlich haben Sie schon mehr als einmal Cookies akzeptiert, weil Sie dachten: „Die stören mich nicht, ich habe nichts zu verbergen.“

Heute ist Internationaler Datenschutztag, ein Tag, der dazu dient, das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie personenbezogene Daten erfasst und verwendet werden. Bei Murena nutzen wir unser Fachwissen, um Menschen vor den Risiken der Erfassung personenbezogener Daten zu warnen – und um Lösungen in Form unserer datenschutzorientierten, benutzerfreundlichen Smartphones und Dienste anzubieten.

Heute möchten wir uns genauer ansehen, warum Sie sich dafür interessieren sollten und inwieweit es problematisch ist, Daten über Ihr Smartphone weiterzugeben.

Dieser Artikel behandelt folgende Unterpunkte:

Es stimmt, dass Tracking in vielen Situationen praktisch erscheint, aber wenn wir genauer hinsehen, stellen wir schnell fest, dass es in vielerlei Hinsicht problematisch ist und nicht nur junge Menschen, sondern auch Erwachsene beeinflusst – von dem, was wir kaufen, bis hin zu dem, wofür wir wählen und woran wir glauben. Das bringt uns direkt zum ersten Grund, warum Tracking problematisch ist:

Online-Tracking ist problematisch, weil es unser Handeln und unsere Entscheidungen beeinflusst

Das Hauptziel von Social-Media-Plattformen ist es, uns auf der jeweiligen Plattform zu behalten – ganz egal wie.

Genauso wie KI dazu neigt, Ihre Annahmen zu bestätigen, je nachdem, wie Sie eine Frage formulieren (zum Beispiel: „Dies und das ist wahr, oder?“), schmeicheln Social-Media-Algorithmen den Nutzenden, um sie bei Laune zu halten: Indem sie ihnen ganz einfach das zeigen, was sie bereits glauben.

Anschließend schlagen sie nach und nach verwandte Inhalte mit extremeren Ansichten vor. Beispielsweise können Männer mit sogenannten „traditionellen Werten“ absichtlich zu Videos geführt werden, die von frauenfeindlichen Influencern aus der sogenannten „Manosphere“ erstellt wurden.

Dies ist natürlich nur ein bekanntes Beispiel, denn Radikalisierung ist nicht auf Männer beschränkt und kann Menschen jeden Geschlechts und Alters betreffen.

Das Internet macht den Zugang zu Informationen einfacher denn je. Infolgedessen vertrauen immer mehr Nutzende Influencern mehr als etablierten Medien. Jeder kann sich auf sozialen Plattformen als Experte präsentieren, eine große Anzahl von Followern kaufen und seine eigene Version der Wahrheit verbreiten.

Soziale Plattformen profitieren von diesem Vertrauen, indem sie Nutzende zu extremeren Inhalten führen, um sie zu binden.

Basierend auf Ihrem Online-Verhalten – wie Likes, Kommentaren und anderen Interaktionen – empfehlen Algorithmen verwandte Beiträge, Gruppen oder zeigen sogar selektiv Kommentare an, die bestimmte Ansichten unterstützen. Dies verstärkt extreme Überzeugungen und kann zu Radikalisierung oder anderem problematischen Verhalten führen, nicht nur online, sondern auch im realen Leben.

Online-Tracking ist problematisch, da es Datenschutzrisiken erhöht

Vielleicht denken Sie, dass Ihre Überzeugungen bereits fest verankert sind und dass Sie als erwachsene Person nicht Gefahr laufen, sich von Algorithmen beeinflussen zu lassen. Sie können also einfach alle Cookies akzeptieren, Ihre Daten weitergeben und ruhig schlafen, oder? Wäre dies ein Film, würde jetzt ein lauter „Nein!“-Soundeffekt ertönen.

Haben Sie sich jemals die Zeit genommen, die Partnerfirmen zu zählen, mit denen einige Websites Cookies teilen? Es hat keinerlei Vorteil, vertrauliche Informationen über sich selbst an Dritte weiterzugeben. Unternehmen erstellen ein detailliertes Verbraucherprofil von Ihnen – was Sie gerne kaufen, welche Meinungen Sie vertreten, wie schnell Sie Auto fahren oder sogar wie schnell Sie auf Ihrer Tastatur tippen. Dazu können natürlich auch Ihr Standort und andere sensible Daten gehören.

Je mehr Dritte Zugriff auf diese Informationen haben, desto höher ist das Risiko von Datenlecks, Identitätsdiebstahl oder Hackern, die in Ihrem Namen Einkaufstouren genießen.

Wie die Vergangenheit gezeigt hat, kann eine erweiterte Datenerfassung – die meist von Big Tech praktiziert wird – zu ernsthaften Sicherheitsrisiken führen. Vor nicht allzu langer Zeit hat Instagram vertrauliche Informationen (einschließlich physischer Standorte) vieler User öffentlich gemacht – und die Menschen fragten sich, warum das Unternehmen überhaupt über diese Informationen verfügte.
Anstatt es später zu bereuen, sollten Sie sich der unethischen Praktiken bewusst sein, die täglich im World Wide Web stattfinden. Wir geben Ihnen einfache Tipps auf unserem Blog und Social Media, um Ihnen zu zeigen, wie Sie sich schützen können. Lesen Sie dazu gerne unseren Artikel So schützen Sie Ihre Online-Privatsphäre in Ihrem Browser.

Online-Tracking ist problematisch, weil es unsere psychische Gesundheit beeinflussen kann

Laut Prioridata* verbringen durchschnittliche Erwachsene täglich mehr als vier Stunden auf ihrem Smartphone. Das ist nicht nur eine Frage der Gewohnheit oder Selbstkontrolle, sondern auch eine Folge der Gestaltung der Plattformen: Inhalte, die uns gefallen, werden uns aktiv zugespielt, wodurch die Feeds ansprechender werden und es schwieriger ist, sie zu verlassen. Kein Wunder, dass das, was wir im Internet sehen, nicht nur unsere Denkweise prägt, sondern auch unsere Selbstwahrnehmung.

Vor Jahrzehnten, als wir makellose Filmstars oder Idole sahen, war es leicht zu sagen: „Das gehört zu ihrem Job – natürlich sehen sie perfekt aus.“ Heute jedoch dominieren perfekt erscheinende Gesichter die Feeds in den sozialen Medien. Der Unterschied liegt nicht nur in den Bildern selbst, sondern auch darin, wie beharrlich sie uns gezeigt werden.

Tracking-Technologien analysieren, was wir uns ansehen, liken, anhalten oder weiterblättern – und Algorithmen reagieren darauf, indem sie uns mehr davon liefern. Wer sich lange mit Beauty-Videos beschäftigt, wird schnell feststellen, dass sein Feed fast ausschließlich mit idealisierten Körpern und Gesichtern gefüllt ist. Endloses Scrollen verstärkt dann die Illusion, dass diese kuratierte Version der Realität normal ist oder sogar von unserem Umfeld erwartet wird.

Genauso wie Erwachsene sich an Smartphones gewöhnen können, mit denen sie nicht aufgewachsen sind, können sie auch zunehmend anfällig für den durch Algorithmen verursachten Vergleichsdruck werden. Die wiederholte Konfrontation mit denselben Standards – ausgewählt und verstärkt durch Tracking – kann das Selbstwertgefühl still und leise untergraben und sich negativ auf das psychische Wohlbefinden auswirken.

Das gilt natürlich auch für andere Themen, mit denen wir online konfrontiert werden – wie beunruhigende Nachrichten oder Verschwörungstheorien. In vielen Online-Communities wird einfach davon ausgegangen, dass Informationsquellen vertrauenswürdig sind. Eine wiederholte Lüge, die wir zu oft gehört haben, kann irgendwann wie die Wahrheit klingen. Es kann sogar vorkommen, dass Menschen Manipulation durch andere mit ihrer eigenen Fähigkeit zum kritischen Denken verwechseln.

Dies kann sich nicht nur auf die psychische, sondern auch auf die körperliche Gesundheit auswirken. Wenn Online-Communities als Gesundheitsexperten behandelt werden, können leichte Bauchschmerzen sogar als ernsthafte Erkrankung wie Magenkrebs fehlinterpretiert werden – insbesondere, wenn verwandte Beiträge oder Artikel wiederholt im eigenen Feed erscheinen. Menschen, die großen Pharmaunternehmen kritisch gegenüberstehen, suchen möglicherweise nach alternativen Lösungen, und sie haben jedes Recht dazu – aber sie sollten sich auch bewusst sein, welche Quellen vertrauenswürdig sind und welche nicht.

Wenn aufgrund einer Online-„Diagnose” Ängste aufkommen, wurde die Frage wahrscheinlich am falschen Ort gestellt. Es mag offensichtlich klingen, aber was wir im Internet sehen, ist nur ein Ausschnitt der Realität (oder manchmal gar keine Realität). Wenn Sie sich nicht wohl fühlen, konsultieren Sie eine Fachperson. Wenn Sie anfangen zu glauben, dass alle außer Ihnen großartig aussehen, stecken Sie Ihr Smartphone in die Tasche und schauen Sie sich echte Menschen an. Und wenn Sie feststellen, dass sich Ihre Ansichten drastisch geändert haben, bemühen Sie sich bewusst, andere, unabhängige Informationsquellen zu suchen.

Online-Tracking ist problematisch, weil es zu aufdringlicher Werbung führt

Genau wie soziale und politische Meinungen können auch die Inhalte, denen wir ausgesetzt sind, unser Einkaufsverhalten beeinflussen. Algorithmen zeigen Ihnen möglicherweise sogar auf Ihre früheren Suchanfragen zugeschnitte Anzeigen von Geschäften, die Sie sonst vielleicht nicht in Betracht gezogen hätten. Auf den meisten Plattformen werden Anzeigen auf Auktionsbasis angezeigt, was bedeutet, dass – wie Sie vielleicht schon vermutet haben – die Anzeigen, die Sie sehen, nicht unbedingt von Unternehmen stammen, deren Werte Sie teilen, sondern von denen, die am meisten bezahlen und an Ihrem Verbraucherprofil interessiert sind.

Wie oben erläutert, enthält dieses Profil zahlreiche Details über Sie, die manchmal unbedeutend erscheinen mögen – und dann an Unternehmen und Datenbroker verkauft werden. Dies kann überraschende Folgen haben: Wenn Sie beispielsweise nach einem Geschenk für jemanden suchen, der dasselbe Gerät wie Sie verwendet, könnten gezielte Werbeanzeigen Ihre Pläne verraten und die Überraschung verderben.

Vielleicht fühlen Sie sich zu diesem Zeitpunkt schon ein wenig weniger wie ein Mensch und mehr wie ein Produkt – in diesem Fall wird Sie das Folgende nicht allzu sehr schockieren: Haben Sie schon einmal das Spiel Pokémon Go ausprobiert? Vielleicht hat es Ihnen ein Algorithmus vorgeschlagen (oder vielleicht war es ein Influencer, der von einem Algorithmus beworben wurde)?
Falls Sie Pokémon Go nicht kennen: Es handelt sich um ein standortbasiertes Spiel, bei dem die Spielenden in der realen Welt umherlaufen, um virtuelle Kreaturen namens Pokémon zu finden. Einige davon sind sehr selten und bringen mehr Punkte als andere. Laut Shoshana Zuboff***, Professorin an der Harvard Business School, können physische Geschäfte in Pokémon Go investieren, um seltene Pokémon in ihren Läden zu platzieren. So animieren sie Spielende dazu, ihre Läden zu besuchen und erhöhen die Chancen, Produkte des Unternehmens zu verkaufen.

Online-Tracking ist problematisch, weil es Missverständnisse und Konflikte verursachen kann

Genau wie die oben erwähnte aufgeflogene Überraschung kann Tracking auch zu Missverständnissen oder sogar Konflikten führen.

Ist Ihnen bewusst, wie voreingenommen Verbraucherprofile tatsächlich sind? Basierend auf Ihrem Standort und Ihrem Online-Verhalten ziehen Algorithmen Rückschlüsse auf Ihre Interessen, Vorlieben und Gewohnheiten – und drängen Sie in für Sie ausgewählte Communities und Diskussionen.

Manchmal betrifft dies nicht nur Sie, sondern auch andere Menschen in Ihrem Umfeld. Zum Beispiel:

  • Eine Person, die glücklich verliebt ist, sieht möglicherweise plötzlich Werbung für Dating-Apps, was ihren Partner verwirren oder verärgern kann. (Hat jemand hier noch nie eine Benachrichtigung wie „Sie haben eine private Nachricht von XXX“ gesehen?)
  • Die Suche nach Gesundheitsratschlägen im Internet kann zu personalisierter Werbung für Nahrungsergänzungsmittel oder Behandlungen führen, die Familie oder Freunde beunruhigen könnten, wenn sie diese sehen, was zu unnötigen Missverständnissen führen kann.

Diese Beispiele zeigen, dass Tracking nicht nur das individuelle Verhalten beeinflusst, sondern auch die Art und Weise prägt, wie wir und andere online wahrgenommen werden. Dies kann weitreichende Folgen haben, wie beispielsweise soziale Vorurteile, bei denen bestimmte Gruppen durch Algorithmen bevorzugt oder ausgeschlossen werden, ohne dass dies jemand bemerkt.

Online-Tracking ist problematisch, weil es Diskriminierung und soziale Vorurteile verstärkt

Kürzlich haben mehrere Frauen auf LinkedIn versucht, das Geschlecht in ihrem Profil auf männlich zu ändern, um zu sehen, ob sie dadurch eine größere Reichweite erzielen würden – was in vielen Fällen der Fall war. Unterdessen wiesen dunkelhäutige Frauen darauf hin, dass sie ihr ganzes Leben lang mit dieser Art von Diskriminierung zu kämpfen haben.

Eine begrenzte Reichweite ist nur ein Teil des Problems: Algorithmen bestimmen nicht nur Ihre Reichweite, sondern auch, was Sie erreicht – oft basierend auf Annahmen über Ihren sozialen Hintergrund und Ihren Standort.

Zwei Personen können genau dieselbe Suchanfrage eingeben und je nach Alter, Geschlecht oder Standort völlig unterschiedliche Ergebnisse erhalten: unterschiedliche Preise, Urlaubsziele und sogar unterschiedliche Jobangebote.

Heutzutage werden Algorithmen oft als hilfreiche Tools dargestellt. In Wirklichkeit sind sie aber auch mächtige Mechanismen, die dafür sorgen, dass wir weiter konsumieren, uns weiter beschäftigen und gesellschaftliche Strukturen stärken, die weit davon entfernt sind, allen gleiche Chancen zu bieten.

Das ist einer der Gründe, warum Murena Technologie ohne Tracking anbietet. Wir tun unser Bestes, um Sie und Ihre Familie vor den problematischen Auswirkungen zu schützen und Ihnen eine echte Wahlfreiheit zu geben, zu entscheiden, welche Informationen Sie teilen – und welche nicht.

Nachdem Sie diesen Artikel gelesen haben, verstehen Sie vielleicht besser, warum Technologie ohne Tracking nicht nur für diejenigen gedacht ist, die „etwas zu verbergen haben“, sondern auch für diejenigen, die nicht länger stillschweigend manipuliert werden wollen.

Anstatt also zu sagen : „Es ist mir egal, ob Unternehmen mich tracken – ich habe nichts zu verbergen“, sollten Sie es sich zweimal überlegen und es anders formulieren:
„Es ist nicht so, dass ich etwas zu verbergen habe. Es geht darum, dass ich nichts habe, was ich mit ihnen teilen möchte“

Erfahren Sie mehr über unsere Produkte ohne Tracking, einschließlich unserer Advanced Privacy App, die Sie über die Anzahl der Tracker in einer mobilen App informiert und diese blockiert:

Besuchen Sie murena.com

Ressourcen

*https://prioridata.com/data/smartphone-usage-statistics/

**https://www.lemonde.fr/en/pixels/article/2025/11/04/geolocated-advertising-data-can-be-used-to-track-eu-officials-even-to-their-homes_6747103_13.html

***https://www.youtube.com/watch?v=hIXhnWUmMvw

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